Wenn man sich “etwas aus den Fingern saugt”, dann bedeutet das, dass man etwas frei erfunden oder sich ausgedacht hat.
Woher kommt die Redewendung?
Das ist nicht ganz eindeutig nachzuvollziehen. Die einen glauben, dass die Redewendung aus einem alten Volksglauben entstanden ist. Man glaubte, dass das Saugen an einem in Blut oder Zauberflüssigkeit getauchten Fingers einem Weisheit gab. Die Redewendung könnte auch auf den Aberglauben zurückzuführen sein, dass Finger magische Kräfte besitzen und man die Finger oft beim Nachdenken an die Lippen führt.
Wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Redewendung aus dem alten Rom stammt. Forscher des alten Roms wunderten sich darüber, wie Bären den langen Winterschlaf überleben konnten. Sie beobachteten die Tiere und sahen, dass die Bären im Schlaf an ihren Pfoten saugten und dabei schmatzten. Sie dachten, dass die Bären so Milch tranken und daher den Winterschlaf ohne Nahrungsaufnahme überlebten.
Jahrhunderte später nahm Goethe das Sprichwort auf und änderte es in “Dichter gleichen Bären, die stets an eignen Pfoten zehren”. Damit meinte er, dass Dichter ihre Texte und Ideen aus sich selbst heraus holen müssen. Schnell entwickelte sich daraus die heutige Redewendung.